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  7. BİR TÜRK’E GÖNÜL VERDİM

BİR TÜRK’E GÖNÜL VERDİM

Halit Refiğ, Türkei 1969, 100 Min., OmeU
Im Anschluss Gespräch mit

Die Deutsche Eva sucht den ehemaligen „Gastarbeiter” İsmail in seiner türkischen Heimatstadt Kayseri auf. Evas Hoffnung ist es, eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Sohn Zafer und ihrem ehemaligen Liebhaber aufzubauen. Als İsmail sie samt Sohn abweist, nimmt sich der Dörfler Mustafa der geschmähten und hilflosen Frau an. Eva verliebt sich in den gutmütigen Anatolier und nimmt gar die Lebensweise der Dorffrauen an. Erst hierauf beginnt İsmail die Beziehung der beiden zu beneiden und versucht fortan mit allen Mitteln, die deutsche Frau und den gemeinsamen Sohn wieder für sich zu gewinnen.

Mitte der 1960er Jahre setzte der Filmemacher Halit Refiğ (1934 – 2009) mit dem Ulusal Sinema seine eigene Version eines „Nationalen Kinos“ um. Er entwickelte es als Reaktion auf die türkischen Filmpublizist*innen jener Zeit, die sich ein türkisches Kino nach europäischem Vorbild wünschten. Mit seinen mehr als sechzig Filmen und zahlreichen Serien versuchte Refiğ, das Eigenkulturelle der Türkei vor das Westliche zu stellen. Nachkommende Generationen klassischer Filmemacher*innen der Türkei wurden durch Refiğs Filme und seine Schriften zum “Ulusal Sinema” geprägt.