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Nnenna Onuoha: Entwicklungsland — Revisited & Cana Bilir-Meier: Ein neues Wort

Eröffnung: 12. September 2025, 18:30 Uhr Empfang, 19:00 Veranstaltungsbeginn

Sinema Transtopia präsentiert im Rahmen des Projekts The Past is Not Another Country: Archive anders machen neu beauftragte Arbeiten von Cana Bilir-Meier und Nnenna Onuoha. Diese untersuchen sprachliche Zuschreibung und Machtverhältnisse in archivarischen Bildmaterialien und erproben künstlerische Wege, um diese zu durchbrechen und Narrative neu zu gestalten.

Ein neues Wort (2025) von Cana Bilir-Meier knüpft an einen Wettbewerb an, der 1970 in Westdeutschland ausgeschrieben wurde, um eine Alternative zum Wort „Gastarbeiter“ zu finden. Ein Chor in München, bestehend aus überwiegend ehemaligen türkeistämmigen Arbeitsmigrant*innen, lässt sich von den über 30.000 eingereichten Vorschlägen inspirieren und entwickelt daraus eine eigene musikalische Interpretation. Gemeinsam mit dem Chor erforscht die Künstlerin einen ermutigenden und zugleich dekonstruktiven Umgang mit sprachlichen Zuschreibungen – eine Wiederaneignung von Wörtern, die teils offen rassistisch, oft verletzend oder abwertend, zugleich aber auch absurd oder sinnentleert wirken.

Die essayistische Videoarbeit Entwicklungsland—Revisited (2025) von Nnenna Onuoha setzt sich mit dem BBC-Lehrfilm Entwicklungsland Ghana: ›Leben in der Stadt‹ aus dem Jahr 1975 auseinander. Durch Gespräche mit den damals porträtierten Protagonist*innen und ihre Perspektiven auf das historische Filmmaterial entsteht eine vielschichtige Reflexion über Repräsentation, Erinnerung und postkoloniale Bildpolitik.

Die öffentliche Präsentation der beiden Videoarbeiten findet am 12 SEP um 18:30 Uhr mit einem Empfang und mit einem Gespräch mit den Künstlerinnen statt. Die Arbeiten sind am 12 SEP ab 20:30 Uhr sowie am 13 und 14 SEP jeweils von 14—18 Uhr im Loop zu sehen.

Eröffnung: 12. September 2025, 18:30 Uhr Empfang, 19:00 Veranstaltungsbeginn

Im Auftrag von Sinema Transtopia ©2025.

Im Rahmen des Projekts The Past is Not Another Country—ein Projekt von Sinema Transtopia und DFF—Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Gefördert von Hauptstadtkulturfonds

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Nnenna Onuoha ist eine ghanaisch-nigerianische Filmemacherin, Forscherin und bildende Künstlerin mit Wohnsitz in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit dem kolonialen Erbe und den großen Leerstellen der Erinnerungskultur in Westafrika, Europa und den USA. Ihre Filme und Installationen wurden u. a. im Jeu de Paume, in der Galerie im Turm und der Johannesburg Art Gallery gezeigt. Derzeit promoviert sie binational an der Harvard University und der Universität Potsdam zu (post)kolonialen Erinnerungskulturen in Berlin.

Cana Bilir-Meier lebt und arbeitet in München. Sie studierte Kunst und digitale Medien sowie Film und Kunstvermittlung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin sowie in Kunst- und Kulturprojekten. Ihre filmischen, performativen und textbasierten Arbeiten bewegen sich an den Schnittstellen von Archivarbeit, Textproduktion, historischer Forschung, zeitgenössischer Medienreflexivität und Archäologie. Sie ist Mitbegründerin der Initiative zu Ehren von Semra Ertan und Mit-Herausgeberin des Gedichtbandes ›Mein Name ist Ausländer - Benim Adım Yabancı‹.

14.09.2025; 13.09.2025; 12.09.2025 (Premiere)
Entwicklungsland – Revisited, Nnenna Onuoha, 2025