Im Anschluss Gespräch mit Daniela Magnani Hüller (14.05)
Vierzehn Jahre, nachdem sie einen versuchten Femizid überlebt hat, kehrt die Filmemacherin Daniela Magnani Hüller an den Ort des Geschehens zurück; nicht an einen physischen Ort, sondern in die Stille, die darauf folgte. Sie sammelt die Stimmen, die sowohl präsent als auch abwesend waren: eine Lehrerin, die wegschaute, eine Kriminalbeamtin, die den Bericht aufnahm, eine Freundin, die nicht wusste, was sie sagen sollte. Sie platziert sie in leeren Räumen, in sorgfältig gewählten Abständen, und stellt eine stille Frage: Wer trägt die Last, wenn niemand die Schuld auf sich nimmt?
In diesen Gesprächen setzt sich Was an Empfindsamkeit bleibt mit den Fragen nach Verantwortung und Untätigkeit auseinander und zeigt auf, wie bürokratische Systeme, gesellschaftliche Einstellungen und sogar wohlmeinende Menschen daran scheitern können, Opfer zu schützen. Verwoben mit lebhaften, poetischen Bildern – Puppenspielen, Schmetterlingen und Farbe – erobert Magnani Hüller nach Jahren des Schweigens ihre eigene Erzählung und Stimme zurück. (Bethan Hughes)