Vor dem Hintergrund des Jim-Crow-Südens entfaltet sich Sinners als moderne Neuinterpretation der Legende um Robert Johnson – der seine Seele verkaufte, um ein musikalisches Genie zu werden. Wie es Delroy Lindos Figur trocken kommentiert: „Weiße mögen den Blues – nur nicht die Leute, die ihn spielen.“
Sammie (gespielt von Sänger Miles Caton) ist ein talentierter junger Blues-Gitarrist und Sohn eines Predigers. Sein außergewöhnliches Können wird von seinen eleganten, aber skrupellosen Cousins Elijah und Elias Smoke ausgenutzt – einem Zwillingspaar mit Gangstervergangenheit, frisch aus Chicago und mit zweifelhaftem Kapital in der Tasche. Ihr Plan: Ein Juke Joint eröffnen, mit Sammie als Hauptattraktion. Doch die Eröffnung nimmt eine düstere Wendung, als die mysteriöse Ex-Geliebte der Zwillinge, Mary, und der bedrohliche Countrysänger Remmick auftauchen. Mit Einbruch der Nacht gerät der Musikschuppen unter übernatürlichen Beschuss – dunkle Kräfte belagern den Ort. Mit comicartiger Überzeichnung und schonungsloser Direktheit inszeniert Coogler ein grotesk-verspieltes Szenario, das auf die Schrecken des amerikanischen Rassismus verweist – damals wie heute.