Vor dem Hintergrund des spannungsgeladenen Lagos im Jahr 1993 erzählt „My Father’s Shadow“ die Geschichte zweier junger Brüder, die an einem einzigen Tag, der sowohl von persönlicher als auch nationaler Unsicherheit geprägt ist, unerwartet mit ihrem entfremdeten Vater wiedervereint werden. Der britisch-nigerianische Filmemacher Akinola Davies Jr. verwebt Intimität und den Rhythmus des Alltags zu einer Betrachtung über Vaterschaft, Erinnerung und Zugehörigkeit, wobei ruhige Momente Raum für weiterreichende soziale und politische Resonanzen schaffen.
Der Film verbindet einfühlsame Beobachtungen mit den facettenreichen Klängen und Straßen der größten Stadt Nigerias und reflektiert darüber, wie Beziehungen durch Abwesenheit und Anwesenheit, persönliche Schicksale und kollektive Hoffnungen geprägt werden. My Father’s Shadow feierte seine Premiere in der Sektion „Un Certain Regard“ bei den Filmfestspielen von Cannes 2025 und wurde von der Kritik gefeiert. Damit hat sich Davies Jr. als wichtige neue Stimme des zeitgenössischen Kinos etabliert. (Bethan Hughes)