Anschließendes Gespräch mit Guillaume Cailleau und Ben Russell
In Direct Action richten Guillaume Cailleau und Ben Russell ihre Kamera auf die ZAD von Notre-Dame-des-Landes, ein selbstorganisiertes Gebiet, das aus dem Widerstand gegen staatlich gelenkte Entwicklung entstanden ist. Anstatt den Kampf zu erklären oder zu historisieren, taucht der Film in dessen Verlauf ein: Versammlungen finden in Echtzeit statt, Hände bearbeiten den Boden, Gesten der Fürsorge und des Konflikts zirkulieren innerhalb einer fragilen kollektiven Ökologie.
Der Titel Direct Action leitet sich von der gleichnamigen Protesttaktik ab und definiert Militanz nicht als Spektakel, sondern als alltägliche Praxis – als mühevolle Arbeit zur Aufrechterhaltung alternativer Formen des Zusammenlebens. Mit langen Einstellungen und einer aufmerksamen, körpernahen Kameraführung schaffen Cailleau und Russell ein Kino der Präsenz, in dem Widerstand nicht nur an Konfrontation, sondern auch an Beharrlichkeit gemessen wird. (Bethan Hughes)