Alka Sadat, Roya Sadat, Betty Schiel, Elisa Jochum
Roya Film House (RFH) wurde 2003 gegründet, um mit Spielfilmen, Dokumentarfilmen und Fernsehserien auf die Notlage von Frauen in Afghanistan aufmerksam zu machen. Es war das erste in Afghanistan gegründete Filmunternehmen, das von Frauen geführt wurde und auf Frauen ausgerichtet war. Im Laufe der Jahre trug RFH dazu bei, die Wahrnehmung innerhalb der afghanischen Gesellschaft gegenüber Frauen in der Filmbranche zu verändern. Es inspirierte eine neue Generation afghanischer Frauen dazu, in die Bereiche Film, Fernsehen, Journalismus und Kunst einzusteigen. Mit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 wurden alle unabhängigen Initiativen schlagartig unterbunden. Von Frauen geführte Unternehmen wurden geschlossen, und das Filmemachen innerhalb des Landes wurde praktisch unmöglich. Das Team von RFH war gezwungen, ins Exil zu gehen. Ein Großteil des Archivs und der Ausrüstung des Unternehmens blieb in Kabul zurück, was Produktion und Erhalt seiner Arbeiten außerordentlich erschwerte. Trotz dieser Herausforderungen setzt RFH seine Mission auf internationaler Ebene fort – und knüpft weltweit Verbindungen zu Frauennetzwerken, darunter auch zum Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln (IFFF). Diese Podiumsdiskussion stellt die Projekte von RFH und seine Strategien für künstlerische Resilienz und kulturellen Widerstand vor – sowie den anhaltenden Glauben daran, dass das Kino Geschichte bewahren, Ungerechtigkeit bekämpfen und denen eine Stimme geben kann, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen.
Diese Präsentation ist eine Kooperationsveranstaltung von Roya Film House (RFH), dem Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln (IFFF) und der Deutschen Kinemathek/Festival Film Restored.