Anschließend Gespräch mit Maxim Dessau und Peter Badel, moderiert von Philip Zengel
Sommer 1942. Als der Landwirt Heinrich zum Militär eingezogen wird, ist der Fortbestand seines Hofs gefährdet, denn seine Frau Kathrin und seine Schwester Frieda können die Arbeit nicht allein bewältigen. Eine Gruppe sowjetischer Kriegsgefangener, mehr tot als lebendig, wird von den nationalsozialistischen Behörden zur Zwangsarbeit im Dorf eingeteilt. Frieda, die in die Fußstapfen ihres Bruders tritt, sorgt dafür, dass einer der Gefangenen zur Arbeit auf ihren Hof muss und führt ihn mit eiserner Hand. Kathrin fühlt sich Friedas emotionaler Kälte hilflos ausgeliefert und verbirgt ihre Einsamkeit. Sie steht ihrer eigenen Existenz zunehmend verbittert gegenüber. Der Regisseur Maxim Dessau ging mit seinem ersten Spielfilm ein beträchtliches persönliches Risiko ein, nachdem er Jahre zuvor aus politischen Gründen dazu gezwungen worden war, sein Vorgängerprojekt ›Schnauzer‹ aufzugeben. Anstatt sich nach dem allgemeinen Geschmack zu richten, trafen er und seine Mitgestalter*innen radikale ästhetische Entscheidungen: Sie verzichteten zugunsten des Originaltons auf die bei der DEFA gängige Praxis der Nachsynchronisation und wählten einen in bestechenden Schwarz-Weiß-Bildern eingefangenen fragmentarischen Erzählstil.