Anschließend folgt ein Gespräch mit Emilia Roig, moderiert von Nastaran Tajeri-Foumani
Ein ergreifendes Coming-of-Age-Drama, welches Fatima, der jüngsten Tochter einer französisch-algerischen Familie, dabei folgt, wie sie ihr Familiennest in einem Pariser Vorort verlässt, um Philosophie zu studieren. Im neuen Umfeld der Universität kommt ihre Zuneigung für Frauen und daraus resultierende innere Konflikte zum Vorschein. Der Film zeichnet Fatimas zaghafte Auseinandersetzung mit ihrer Sexualität in saisonalen Kapiteln nach. Während sie von ihrer ersten ernsthaften Beziehung, einer koreanischen Krankenschwester namens Ji-Na, liebevoll begleitet wird, sucht sie außerdem Rat bei einem Imam, der ihr mit einer Mischung aus Wohlwollen und Dogmatismus begegnet. Herzi unterläuft dabei klischeehafte Darstellungen und porträtiert Fatimas Familie nicht als Quelle der Feindseligkeit, sondern als komplexe, liebevolle Stütze. Auf diese Weise wird der Film zu einer Meditation darüber, wie wir selbst den Mut finden müssen, uns von Erwartungen zu befreien, um einen Weg zu gehen, der alle Facetten unserer Identität würdigt.
Emilia Roig:
Für mich ist "La petite dernière" wichtig, weil der Film mit großer Zärtlichkeit und Klarheit von inneren Konflikten erzählt, die oft unsichtbar bleiben. Er zeigt, wie sich Identität, Begehren, Familie und gesellschaftliche Erwartungen ineinander verschränken, ohne zu vereinfachen oder zu urteilen. In dieser Ehrlichkeit und Verletzlichkeit erkenne ich etwas sehr Menschliches – und auch etwas von mir selbst.
Dr. Emilia Roig ist Politikwissenschaftlerin, Autorin und eine der einflussreichsten Stimmen für soziale Gerechtigkeit, Heilung und gesellschaftlichen Wandel in Deutschland. In ihren Büchern und Essays – darunter die Bestseller Why We Matter, Das Ende der Ehe, Lieben und LIEBER SOHN oder So rettest du die Welt – entwirft sie neue Visionen für ein freieres, liebevolleres und gerechteres Zusammenleben. Sie lehrt an Universitäten, spricht europaweit auf Konferenzen und Bühnen zu Themen wie Feminismus, Rassismus, strukturelle Diskriminierung und kollektive Transformation.
Nastaran Tajeri-Foumani moderiert, kuratiert und ist in Kunst, Kultur und Forschung aktiv. Nastaran hat 20 Jahre Erfahrung im Film und Medienbereich und ist seit 2013 in diversen Positionen u.a. bei XPOSED Queer Film Festival aktiv. Nastaran ist seit 2022 als Diversity, Awareness und Wellbeing Coach international an Filmproduktionen beteiligt.