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Bu İkiliye Dikkat (Watch Out For This Duo)

Filmauswahl von Şokopop
Şahin Gök, Türkiye 1985, 74 Min., Türkisch mit englischen Untertitel

Ein leichtfüßiges Drama, angesiedelt in einem Ferienresort in der Südtürkei, folgt zwei Frauen aus sehr unterschiedlichen sozialen Milieus: einer unglücklichen jungen Frau aus reichem Hause und einer ärmeren Frau, die sich als wohlhabend ausgibt. Ihre parallelen Geschichten entfalten sich im selben Urlaubskontext. Der Film ist ein experimentelles Projekt eigener Art und ein einzigartiger „Camp“-Hit des türkischen Kinos der 1980er-Jahre: Er ist der erste und zugleich letzte Film, der die beiden großen weiblichen Stars und erbitterten Rivalinnen Banu Alkan und Serpil Çakmaklı gemeinsam vor die Kamera bringt.

Şokopop, alias Ekim Acun, wurde in der Türkei zu einem Online-Phänomen, nachdem sie ihre archiv- und forschungsbasierten Arbeiten zu türkischer Pop- und Gossipkultur auf YouTube veröffentlichten — heute mit über 260.000 Abonnent*innen. Der Kanal präsentiert vor allem Video-Essays, thematische Kompilationen und kommentierte Formate zu türkischer Popmusik, Film- und Fernsehgeschichte, Arabesk, Disco und diasporischen Kulturen. Populäre Musik und Fernsehen werden dabei nicht nur als Unterhaltung, sondern als kulturelles Archiv verstanden, das eng mit kollektiver Erinnerung, Klassenfragen und dem Alltag verwoben ist. Ihre Vorliebe für „Camp“ und „Bad Taste“ sowie ihr Interesse an den eigentümlichen sozialen und politischen Bedingungen der Türkei sind dabei stets spürbar.

An ihrem DEEP CUTS-Abend präsentieren Şokopop erstmals einen abendfüllenden Film auf der Bühne – mit ihrer einzigartigen Erzählweise, die kein Detail auslässt, das sich hinter dem 80er-Jahre-Camp-Klassiker Bu İkiliye Dikkat verbirgt. Ein sehr heißer Abend mitten im Berliner Winter, gefüllt mit Bikinis und knappen Badehosen, dröhnendem Comanchero und performativer „Bitchness“.

Ekim Zafer Acun (*1988, Tunceli) studierte Film und Fernsehen an der Universität Roma Tre sowie an der University of the Arts London (London College of Communication). Als bildender Künstler nahm er an zahlreichen Ausstellungen in London und Istanbul teil.

2018 gründete er Şokopop, eine forschungsbasierte Plattform, die sich mit Erinnerung, Geschlecht und Identität anhand der Geschichte der türkischen Populärkultur auseinandersetzt. In Dokumentarfilmen, Performances und Videoarbeiten untersucht Acun aus einer queeren Perspektive Fragen von Sexualität, Repräsentation und Zensur.