Vorgestellt von Dr. Siqi Tu.
Anschließendes Gespräch mit Chen Jue 陈爵 & Kuang Yang 邝杨
Eine bahnbrechende vierteilige Umweltdokumentationsreihe, die von CCTV produziert wurde, die auf Grund von Zensur nie öffentlich ausgestrahlt wurde. Only One Earth nähert sich der ökologischen Krise durch eine experimentelle, essayistische Perspektive, die von den Anliegen der chinesischen Intellektuellen der Reformära geprägt ist. Der Film setzt sich mit den Folgen der globalen Industrialisierung auseinander und nutzt dabei literarische, akademische und archivarische Materialien sowie einen visuellen Stil, der vom experimentellen Kino beeinflusst ist.
Siqi Tu (屠思齐) ist eine chinesische Soziologin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, wo sie sich in ihrer Forschung auf soziale Ungleichheit, Arbeit und alltägliche Governance im heutigen China konzentriert. Durch langfristige Feldforschung untersucht sie, wie institutioneller Wandel auf der Ebene von Haushalten, Gemeinschaften und im Alltag erlebt wird.
Chen Jue (陈爵) verbrachte seine Karriere bei China Central Television (CCTV), wo er Dokumentarfilme drehte, die sich mit dem sozialen Wandel während der Reformära befassten. Von Umweltschäden über Bildung, Migration bis hin zur täglichen Arbeit zeigen seine Filme, wie politische und wirtschaftliche Veränderungen das Leben der einfachen Menschen in China prägen, manchmal auf eine Weise, die sich nur schwer im Fernsehen vermitteln lässt.
Kuang Yang (邝杨) ist ein chinesischer Soziologe, der an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften ausgebildet wurde und die intellektuelle Triebkraft hinter den Dokumentarfilmen der SWYC-Gruppe in den späten 1980er Jahren war. Er verfasste die Erzählung und arbeitete an den Drehbüchern für Only One Earth, Tiananmen und Notes from Beijing mit, wodurch er in einer kurzen Phase institutioneller Offenheit soziale Analysen ins öffentlich-rechtliche Fernsehen brachte.