Mit einer Einführung von Enoka Ayemba
Der mauretanisch-französische Regisseur Med Hondo schuf mit West Indies: The Fugitive Slaves of Liberty einen Meilenstein des afrikanischen Kinos – das erste Musical des Kontinents und eine einzigartige Mischung aus historischem Epos, Broadway-Revue, brechtschem Theater und Agitprop. Inszeniert auf der riesigen Kulisse eines nachgebauten Versklavungsschiffs, nutzt Hondo aufwendig choreografierte Tanznummern und Reinszenierungen, um über drei Jahrhunderte imperialistischer Unterdrückung zu analysieren.
Der Film überwindet Zeit und Raum von der Atlantischen Passage bis ins Europa des 20. Jahrhunderts und beleuchtet die Auswirkungen der französischen Kolonialpolitik auf Versklavte, Kolonisierte und deren Nachfahr*innen. Fernab eines reinen Spektakels steht West Indies als radikaler Aufruf zum Kampf und als spektakuläre Neugestaltung einer Geschichte des Widerstands.