Et les chiens se taisaient
Sarah Moldoror, Frankreich, 1974, 12 Min., Französisch mit English subtitles
La Machette et le Marteau
Gabriel Glissant, Guadeloupe, 1975, 70 Min., Französisch und guadeloupisches Kreolisch mit englischen Untertiteln
Im Anschluss Gespräch mit Fanny Glissant und Annabelle Aventurin
Eine Aufnahme von Auszügen aus einem Theaterstück von Aimé Césaire, in dem der Rebell in einem langen, schmerzvollen Gedicht vor der Mutter seine Wut über die Unterdrückung und Versklavung seines Volkes herausschreit. Die beiden Schauspieler, Gabriel Glissant und Sarah Maldoror, treten in den Depoträumen des Musée de l’Homme für das Schwarzafrika südlich der Sahara auf und binden drei Zuschauer als stumme Zeugen in ihre Performance ein. Einige Aufnahmen von Holzstatuen und Masken aus den Magazinen sowie Einblicke in die Landschaften Martiniques unterbrechen immer wieder den Film.
La Machette et le Marteau ist ein bahnbrechender Dokumentarfilm aus dem Jahr 1975, der während der Streiks der Zuckerrohrarbeiter in Guadeloupe gedreht wurde. Er gilt weithin als der erste authentisch afrokaribische Film und liefert ein ungeschöntes Porträt der Insel dreißig Jahre nach der Departementalisierung.
Durch direkte Schilderungen der Zuckerrohrschneider selbst beleuchtet der Film ihre harten Arbeitsbedingungen und die Beweggründe ihres Widerstands. Er bietet einen kritischen Blick auf die komplexe Sozialhierarchie Guadeloupes und zeigt das landwirtschaftliche und industrielle Proletariat im gemeinsamen Kampf gegen fremde Wirtschaftsmonopole und für die eigene Autonomie.
Fanny Glissant ist eine französische Dokumentarfilmproduzentin und Autorin sowie die Tochter von Gabriel Glissant, dem Regisseur von La Machette et le Marteau.
Annabelle Aventurin ist Filmarchivarin und Kuratorin, spezialisiert auf Filmrestaurierung mit Schwerpunkt auf afrikanischem und afrodiasporischem Kino.