Raoul Pecks eindrucksvoller und sehr persönlicher Dokumentarfilm beleuchtet das Leben und die tragische Ermordung von Patrice Lumumba, dem ersten Premierminister der gerade unabhängig gewordenen Republik Kongo. Der Film verbindet Archivmaterial, historische Zeug*innenaussagen und Pecks eigene Reflexionen über seine Kindheitserlebnisse im Kongo und rekonstruiert Lumumbas kometenhaften Aufstieg als Symbol des panafrikanischen Widerstands und seinen gewaltsamen Sturz inmitten der Machtkämpfe des Kalten Krieges. Peck setzt sich mit dem Fehlen von Bildern und der Dominanz imperialer Narrative auseinander, um die Kräfte zu entlarven, die sich verschworen haben, Lumumbas Vision von Einheit und Selbstbestimmung zum Schweigen zu bringen.
Anstatt lediglich Ereignisse zu schildern, reflektiert Death of a Prophet über Erinnerung, koloniales Erbe und die Politik der historischen Darstellung. Peck stellt Archivmaterial Aufnahmen des heutigen Europas gegenüber, verunsichert damit die Betrachter*innen und fordert sie auf, offizielle Geschichtsdarstellungen und die Ausblendung Schwarzer und afrikanischer Stimmen aus der globalen Erzählung zu hinterfragen.(Bethan Hughes)