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The Tunes of Ottoman Diaspora in the USA - 8th Avenue Scene and Beyond

Listening Session & Conversation

Mit Mustafa Avcı, Larissa Araz,Ian Nagoski, moderiert von Can Sungu

Als das Osmanische Reich zu Ende ging und insbesondere nicht-muslimische Gemeinschaften Völkermord, Vertreibung und Diskriminierung ausgesetzt waren, sahen sich viele gezwungen, auszuwandern und ihre Heimat Anatolien zu verlassen. Nach ihrer Ankunft im Hafen von New York bildete sich eine große Diasporagemeinschaft, bestehend aus Griech*innen, Armenier*innen, sephardischen Jüd*innen und Arab*innen. Sie versammelten sich in den sogenannten Café Amans, wo man sich bei Ouzo, Wein und bescheidenen Meze traf.

Vor allem entlang der 8th Avenue entwickelte sich eine hybride Musikszene, die wie eine späte Utopie des friedlichen Zusammenlebens funktionierte und die Erinnerung an ein multiethnisches und mehrsprachiges Anatolien zelebrierte. Die Menschen sangen auf Türkisch, Griechisch, Armenisch und Arabisch; urbane Musikformen der verlorenen Heimat wie Kanto, Gazel, Çiftetelli und Rebetiko verschmolzen mit Einflüssen aus Jazz und amerikanischer Populärunterhaltung. Zu den Instrumenten gehörten Oud, Kanun, Klarinette, Violine und Darbuka, und auch Tänzer aus Übersee wurden zu Auftritten eingeladen. Die Musik wurde auf Schellackplatten veröffentlicht, die innerhalb der Gemeinschaft sehr beliebt wurden. Trotz des schädlichen Einflusses aufkommender Nationalismen prägte die Szene auch die zweite Generation und setzte sich bis in die 1960er Jahre in Clubs wie „Port Said“, „Ali Baba“ und „Egyptian Gardens“ fort.

Dieses Gespräch bringt Forscher*innen und Künstler*innen zusammen, um die Geschichte dieses einzigartigen Phänomens zu ergründen und es anhand von Musikbeispielen und Erzählungen anschaulich zu machen.

07.02.2026