Kuratiert von Josephine Apraku und Ozan Zakariya Keskinkılıç
»Wie verändert sich Literatur, wenn das Schreiben und Lesen am Küchentisch stattfindet?«, fragen Josephine Apraku und Ozan Zakariya Keskinkılıç in der neuen Lesereihe ALL YOU CAN READ. Die Kurator*innen laden zu einer Mahlzeit ins SİNEMA TRANSTOPIA, um Texte, Erinnerungen, familiäre Prägungen und politische Fragen mit vollem Mund zu diskutieren.
Am 17. Mai 2026 um 11 Uhr begrüßen sie die Autor*innen Lin Hierse and Dana Vowinckel zum Mittagstisch.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Literatur als lebendigen, sinnlich erfahrbaren Prozess begreifen wollen – und die neugierig sind auf das, was passiert, wenn Schreibende und Lesende zum gemeinsamen Essen zusammenkommen.
ALL YOU CAN READ verschiebt Literatur vom Podium an den Esstisch – dorthin, wo sie oft längst entsteht.
Der Tisch ist gedeckt, seid unsere Gäste!
--
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin fördert alle Veranstaltungen der Lesereihe ALL YOU CAN READ.
Lin Hierse ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Texte erscheinen u.a. bei der taz, Zeit und in Literaturzeitschriften. In ihren Romanen Wovon wir träumen (Piper, 2022)und Das Verschwinden der Welt (Piper, 2024) spielt Essen eine wichtige Rolle – als Zeichen von Zuneigung und Verbundenheit, aber auch als Ort familiärer und gesellschaftlicher Zwänge.
Dana Vowinckel ist Autorin und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Ihr Debütroman Gewässer im Ziplock wurde vielfach ausgezeichnet, für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, mehrfach übersetzt und für die Bühne adaptiert.
Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftler*in und Autor*in. Im privaten Umfeld gilt Josephine als verlässliche Adresse für sehr gutes Essen. Der Küchentisch ist Josephines Arbeitsort und Labor. Hier entstehen Texte – oft spät in der Nacht oder früh am Morgen, in den Zwischenräumen des Alltags. Als Elternteil wird am Küchentisch geschrieben, wenn Zeit entsteht. Schreiben und Kochen sind für Josephine eng miteinander verbunden: Beides braucht Neugier, Mut zur Improvisation und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren – und kläglich zu scheitern. Essen taucht in Josephines Texten immer wieder als Motiv auf, als etwas Funktionales, Erinnerndes und Alltägliches. Kluft und Liebe ist weitgehend am Küchentisch entstanden.
Ozan Zakaryia Keskinkılıç ist promovierter Politikwissenschaftler, Autor und Hobbykoch. Auf dem Schreibtisch verschüttet er regelmäßig Sumak, Thymian und Olivenöl. In seinem Roman-Debüt »Hundesohn« (Suhrkamp 2025), für den er mit dem ZDF-aspekte-Literaturpreis und dem Max-Frisch-Förderpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet wurde, entdecken aufmerksame Leser*innen ein Rezept für Mirza Ghasemi und andere kulinarische Referenzen. Literarisch verarbeitet Keskinkılıç in seinen Texten das Kochen und Essen als soziale Praxis im Spannungsfeld politischer, kultureller und religiöser Verhältnisse. Neben Essays, Kolumnen, Prosa und Lyrik schreibt er Hör- und Theaterstücke – irgendwann auch ein Kochbuch.